Willkommen in der Lese-Ecke!

Besonders in Zeiten des Lock-Downs kann es hilfreich sein, es sich mit einem Buch gemütlich zu machen und in eine andere Welt zu träumen.

Wir möchten gerne Mädchen* neugierig machen auf spannende Bücher und Geschichten. Dazu gibt es im MiO eine kleine “Bibliothek”, in der Bücher gerne ausgeliehen werden können. Ein paar Gedichte und Texte wollen wir hier auch schon online zugänglich machen.

Viel Spaß damit!

Hauptsache weg

Hauptsache Weg von Aya Dokha

Die Geschichte handelt von einer Frau, die sich in einer Beziehung, die sie einst glücklich machte, gefangen fühlt. Trotz ihres Unwohlseins und der Sehnsucht nach Freiheit will sie den Erwartungen anderer gerecht werden. In einem Dialog wird dargestellt, wie wichtig es ist, auf die eigenen Gefühle und Gedanken zu hören.

Die Geschichte wurde in der Schule verfasst und die Verfasserin wurde eingeladen, sie bei einer Veranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse vorzulesen.

Falls auch Ihr Interesse daran habt, die Geschichte zu lesen, kommt gerne auf uns zu!

Die Klassenfahrt

Die Klassenfahrt von N. (10 Jahre)
Die Geschichte wurde an einem Frühlingsnachmittag im MiO verfasst.

Leiter

Am
Am Ende
Am Ende von
Am Ende von der
Am Ende von der Leiter

da geht es

nicht mehr weiter.

Autor*: Jürgen Spohn

Zehn Worte standen Schlange...

Zehn Worte standen Schlange, denn es gab Eintrittskarten für ein Buch.
Das Auswahlverfahren war streng. Natürlich wollten alle rein.
Das erste Wort war zu zappelig. Wabbelpudding ließ sich einfach nicht aufschreiben.
Wort zwei war Hackklotz. Das war viel zu laut.
Das dritte Wort war albern. Nacktschnecken-Nacken-Perücke konnte man nicht ernst nehmen. Auch das viel zu lange Pumpernickel-Vollkornmehl-Staub-Haube musste weiterziehen.
Dann kam Bananen-Schalen-Fladen. Es war zum Gähnen.
Nummer sechs war zu altmodisch. Donnerbalken kannte schließlich kein Mensch mehr.
Wort sieben war zu kurz. Klops war raus.
Das achte Wort war zu versaut. ______ wurde sofort unkenntlich gemacht.
Nummer neun war zu leise. Es klang wie Flusen bevor es entschwebte.
Das letzte Wort hatte lange in der Schlange gewartet. Immer wieder hatte es auf die Uhr geschaut und irgendwann war es gegangen, denn um fünf fuhr sein letzter Bus.

Da nun das letzte Wort fehlte, drängten die abgewiesenen Worte wieder Richtung Buch und schafften es schließlich hinein. Dort drinnen richteten sie ein heilloses Durcheinander an. Sie trampelten, polterten, klapperten, zischten, klirrten, matschten, wirbelten, schliffen, knirschten und glitschten über- und untereinander.
Das Buch wurde trotzdem ganz gut.
Das letzte Wort ist also gar nicht so wichtig.

Autorin*: Nadia Budde

Namen

Der Baum heißt Baum,
und das Blatt heißt Blatt,
weil jedes Ding
einen Namen hat.
Der Fluss heißt Fluss,
und der See heißt See,
der Regen Regen,
und der Schnee heißt Schnee.
Das Wort heißt Wort,
und die Zahl heißt Zahl,
der Berg heißt Berg,
und das Tal heißt Tal.
Der Stern heißt Stern
und der Stein heißt Stein,
der Arm heißt Arm,
und das Bein heißt Bein,
die Blume Blume,
und die Kuh heißt Kuh,
der Mond heißt Mond,
aber wie heißt du?

Autor*: Frantz Wittkamp

Reimreise

Der Himmel ist blau,
sagt der Pfau.
Zeit zu verreisen,
sagen die Meisen.
Ja, mit der Bahn,
sagt der Hahn.
Oder wir fliegen,
sagen die Ziegen.
Nach Amsterdam,
sagt das Lamm.
Dauert das lange,
fragte die Schlange.
Gibt es da Schnee,
fragte das Reh.
Ist da ein Zoo,
fragte der Floh.
Liegt Amsterdam am Nil,
fragte das Krokodil.
Ganz in der Nähe,
sagte die Krähe.
Wo soll das sein,
fragte das Schwein.
Da, um die Ecke,
sagte die Schnecke.
Kaum zu glauben,
sagten die Tauben.

Autor*: Frantz Wittkamp